4 Gründe, warum UV-Strahlung außergewöhnlich ist

Kurios: Es gibt optische Strahlung, die wir nicht sehen können – z.B. ultraviolette (UV-) Strahlung. Sie liegt jenseits von Violett im Regenbogen und hat mehr Energie als das sichtbare Licht. UV-Strahlung ist ein physikalisches Phänomen mit zwei Gesichtern: biologisch notwendig und gesundheitsschädlich zugleich. UV-Strahlung  wird in drei Bereiche unterteilt: UV-A (langwellig, niedrigere Energie), UV-B (mittelwellig, mittlere Energie) und UV-C (kurzwellig, hohe Energie). Jede Art hat ihre eigenen Wirkungen, die in unserem Alltag genutzt werden können, aber auch Risiken mit sich bringen.

 


 

1. UV-A: Unsichtbar macht aber Dinge sichtbar

UV-Strahlung ist für uns unsichtbar, aber dennoch allgegenwärtig: bspw. im Sonnenlicht oder auch in Leuchtstofflampen. Unter UV-A beginnen einige Materialien zu leuchten, weil sie Energie aufnehmen und wieder abgeben. Diese Eigenschaft wird in Schwarzlichtlampen bei Partys , bei der Sicherheitsprüfung für Geldscheine oder in der Spurensicherung genutzt.

2. UV-B: Sowohl nützliche als auch gesundheitsschädliche Wirkungen

UV-B hat mehr Energie als UV-A und regt in der Haut die Produktion von Vitamin D an, das für Knochenstoffwechsel, Muskelfunktion und das Immunsystem lebenswichtig ist. Schon ein kurzer Aufenthalt in der Sonne liefert eine ausreichende Menge dieses Hormons. 

Gleichzeitig gilt UV-B als wichtigster Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs, da es die DNA in Hautzellen schädigen kann. Der UV-Index beschreibt den am Erdboden zu erwartenden Tagesspitzenwert der sonnenbrandwirksamen UV Bestrahlungsstärke. Je höher der Wert, desto schneller kann ungeschützte Haut geschädigt werden. Ab einem UV-Index von 3 sind Schutzmaßnahmen erforderlich.

3. UV-C: Hygiene und High-Tech

UV-C ist der energiereichste Teil der UV-Strahlung. Sie zerstört DNA von Bakterien und Viren und ist damit für alle Organismen – auch Menschen – gefährlich. Sie wird für die Desinfektion von Trinkwasser und auch von Oberflächen oder Luft in Krankenhäusern eingesetzt. Die Erdatmosphäre absorbiert die natürliche UV-C-Strahlung der Sonne vollständig, so dass diese nicht zur Erdoberfläche vordringt.
Kurzwellige UV-Strahlung im UV-C-Spektralbereich wird genutzt, um winzige Muster auf Silizium-Chips zu schreiben. UV-Strahlung spielt also ein wichtige Rolle bei der Herstellung von Smartphones, Tablets und leistungsstarken Computern. So trägt die UV-Strahlung zu unserer digitalen Welt bei.

4. Materialien härten

UV-Strahlung wird in Medizin und Industrie eingesetzt, um Materialien auszuhärten. Lichthärtende Kunststoffe (Komposite) in der Zahnmedizin, spezielle Lacke, Kunststoffe oder Klebstoffe härten erst unter UV-Bestrahlung aus. So sorgt UV-Strahlung dafür, dass Produkte stabil und langlebig werden – effizient, schnell und gut kontrollierbar.

 


 

UV-Strahlung als unsichtbarer Teil unseres Alltags vereint viel Energie und breite Einsatzmöglichkeiten – von Gesundheit über Hygiene bis Hightech. Eine Strahlung, die man nicht sieht, aber auch nicht übersehen sollte.

 

Hier geht es 

1) zum aktuellen UV-Index https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/uv-index/prognose/prognose_node.html 

2) zu weiteren spannenden Informationen: Fachverband für Strahlenschutz https://www.fs-ev.org/themen/strahlung-des-jahres