Nutzung von Teilkörperdosimetern für die Bestimmung der Augenlinsendosis
Eigenschaften des Augendosimeters
Das Augendosimeter der LPS basiert auf dem Teilkörperdosimeter für Photonenstrahlung. Als Augendosimeter wird für den Detektor eine spezielle Halterung verwendet. Damit kann die Teilkörperdosis der Augenlinse gemessen werden.
Anwendungsbereich
Das Augendosimeter auf Basis des Teilkörperdosimeters für Photonenstrahlung erfasst Photonenstrahlung (12 keV - 1,3 MeV) als auch die hochenergetische Betastrahlung (ab einer mittleren Energie von 800 keV, z. B. Sr-90).
Bei Expositionen durch Betastrahlung empfiehlt die LPS das Tragen einer Schutzbrille aus Plexiglas. Diese Schutzbrille sollte die niederenergetische Betastrahlung so weit abschirmen, dass dann die Überwachung der Augenlinse unterbleiben kann.
Trageweise des Augendosimeters
Der Trageort des Augendosimeters hängt von den individuellen Expositionsbedingungen ab und muss repräsentativ sein.
Wird eine frontale Strahlenexposition erwartet, sollte das Augendosimeter an der Stirn (s. Abbbildung) und bei einer seitlichen Exposition an der Schläfe getragen werden.
Zur Befestigung des Augendosimeters dient ein weißes Kunststoffband.
Der Halter kann aber auch mit Klebeband an der Stirn befestigt werden.
Bestellung, Versand und Kosten
Bestellung
Die Anmeldung für die Überwachung mit einem Augendosimeter erfolgt analog zur Überwachung mit einem Fingerringdosimeter. Es muss lediglich der Trageort Auge angegeben werden.
Wird das weiße Kunststoffband zur Befestigung benötigt, muss es gesondert bestellt werden.
Versand
Beim Wechsel des Dosismeters wird nur das Augendosimeter verschickt. Das weiße Kunststoffband wird wiederverwendet.
Kosten
Die Kosten für die Überwachung der Augenlinse sind identisch mit denen für die Überwachung mit einem normalen Photonenteilkörperdosimeter.
Strahleninduzierte Katarakte
Die Strahlenschutzkommision hat sich auf ihrer 234. Sitzung (14.5.2009) mit dem Thema: "Strahleninduzierte Katarakte" befasst und eine Empfehlung herausgegeben. Eine Kernaussage dieser Empfehlung ist:
"Bei Tätigkeiten, die bekanntermaßen mit einer signifikanten Linsenexposition einhergehen können (beispielsweise bei kardiologischen oder radiologischen Interventionen), muss eine gezielte Erfassung der Linsendosis erfolgen. ..."

